Entlassmanagement früh nutzen
Krankenhäuser haben die Aufgabe, die Anschlussversorgung im Rahmen des Entlassmanagements zu unterstützen. Wenn absehbar ist, dass zu Hause Pflege, häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel oder Therapien nötig sind, sollte dies frühzeitig mit dem Entlassmanagement besprochen werden.
Diese Punkte vor Entlassung prüfen
- Aktueller Medikamentenplan und notwendige Rezepte.
- Verordnungen für häusliche Krankenpflege, soweit erforderlich.
- Hilfsmittel und Liefertermin.
- Pflegegrad beziehungsweise laufender Pflegegrad-Antrag.
- Pflegedienst mit bestätigtem Startdatum.
- Wundmaterial oder besondere Versorgung.
- Arzttermine und notwendige Kontrollen.
- Schlüssel, Zugang und Ansprechpartner zu Hause.
Pflegedienst nicht erst am Entlasstag suchen
Ambulante Dienste planen Personal und Touren. Eine kurzfristige Anfrage am Entlasstag kann trotz medizinischer Notwendigkeit organisatorisch nicht erfüllbar sein. Sobald der voraussichtliche Bedarf und Entlasstermin erkennbar sind, sollten mögliche Anbieter kontaktiert werden.
Wenn kein Pflegegrad vorhanden ist
Ein fehlender Pflegegrad bedeutet nicht automatisch, dass keinerlei Hilfe möglich ist. Ärztlich verordnete häusliche Krankenpflege kann nach SGB V unabhängig vom Pflegegrad bestehen. Bei längerfristigem Unterstützungsbedarf sollte parallel geprüft werden, ob ein Pflegegrad beantragt werden sollte.
Die ersten 72 Stunden zu Hause
Planen Sie konkret: Wer ist erreichbar? Sind Medikamente vorhanden? Funktionieren Hilfsmittel? Ist der erste Pflegediensteinsatz bestätigt? Gibt es Telefonnummern für Rückfragen? Gerade nach komplexen Krankenhausaufenthalten sollte die Organisation nicht auf mündlichen Annahmen beruhen.
Häufige Fragen
Wer organisiert die Versorgung nach dem Krankenhaus?
Das Krankenhaus unterstützt im Entlassmanagement. Die weitere Versorgung erfordert aber häufig Abstimmung zwischen Patient, Angehörigen, Ärzten, Kassen und Leistungserbringern.
Kann Behandlungspflege direkt nach Entlassung beginnen?
Wenn Verordnung, Voraussetzungen und Übernahme durch einen Pflegedienst geklärt sind, kann ein zeitnaher Start möglich sein.
Was tun, wenn zu Hause mehr Hilfe nötig ist als vorher?
Pflegebedarf neu erfassen, gegebenenfalls Pflegegrad beantragen oder Höherstufung prüfen und professionelle Unterstützung organisieren.
Quellen und fachliche Grundlage
Für diesen Beitrag wurden vorrangig amtliche beziehungsweise fachlich zuständige Primärquellen verwendet. Leistungsbeträge und Rechtslage können sich ändern.
- Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Entlassmanagement
- Gemeinsamer Bundesausschuss: HKP-Richtlinie
Redaktion: KS Pflegedienst Plus GmbH · Stand: 6. Oktober 2026 · Inhaltliche Grundlage: amtliche Primärquellen und die jeweils genannte Rechtslage. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung.
